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Plötzlich ein neues Leben
WILLKOMMEN BEI PLÖTZLICH EIN NEUES LEBEN
Ich heiße Laura bin 27 Jahre alt und alleinerziehende Mama von 2 Kindern.
Im Mai 2015 hatte ich einen schweren Unfall der mein Leben verändert hat.
Seitdem ist nichts mehr wie es vorher mal war. Hier in meinem Blog versuche ich das Ganze so gut wie es geht zu verarbeiten.
Ich Erzähl wie alles war und wie es mir in alltäglichen Situationen ergeht.Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen.
Eure Laura
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WIE ALLES BEGANN
Ich hatte im Mai 2015 einen schweren Unfall. Mir hat ein Pferd bei einem alltäglichen Spaziergang die Kopfhaut rausgerissen.
Ich ging mit meinen Eltern und meinen Kindern am Muttertag spazieren. Wie immer kamen wir an einer Pferdkoppel vorbei. Da sah ich zwei ziemlich hertunter gekommene Pferde stehen. Man muss dazu sagen das ich selber seit über 20 Jahren mit Pferden zu tun habe. Man konnte ihre Rippen von 5 meter Entfernung zählen und auch ihre Hufe sahen schrecklich aus. Mir taten sie leid und so kam ich auf die Idee vom Zaun aus Fotos zu machen und dies dem Örtlichen Tierschutzverein zukommen zu lassen. Also trat ich einen Schritt näher an den Zaun, um Fotos zu machen. Als ich dann in die Hocke ging um die Hufe besser aufnhemen zu können, stürzte eins der Pferde an den Zaun und biss mir unmittelbar in den Kopf. Ich dachte im ersten Moment das es nur eine Schürfwunde ist und drückte somit mit meiner Strickjacke auf die Wunde.Mein Vater setze den Notruf ab, und ich lag derweil schon weinend am Boden. Meine Mutter kniete neben mir, meine Kinder saßen in ihrem Kinderwagen.
Es dauerte nicht lange da kreiste auch schon ein Hubschrauber über uns. Gefühlte 30 minuten später kam dann der Notarzt.Ich war die ganze Zeit voll anwesend habe auch die Erstversorung voll mitbekommen.
Nach langem hin und her vom Notarzt wurde ich dann erstmal in den Krankenwagen geladen, da der Hubschrauber nicht direkt an der Unfallstelle landen konnte, dieser fuhr mich zum Hubschrauber.Der Flug mit Hubschrauber war alles andere als angenhem.
In der Klinik angekommen wurde ich erstmal in den Schockraum gebracht. Dort teilte man mir mit, dass noch ein Op vor mir wäre dann würde ich dran kommen.
Durch die ganzen Schmerzmittel war ich aufeinmal total müde und schlief ein.Als ich wieder Aufwachte kam ich in den Op. Dort wurde die Wunde gesäubert und eine sogenannte Kunsthaut aufgelegt.Als die Op vorrüber war durfte ich auf Station.Dort wartete bereits mein Vater. Aufeinmal hab ich realisiert das es doch schlimmer ist und bekam Angst. Angst das ich alleine bin, Angst das ich nie wieder so werde wie ich war Angst vor dem was auf mich zukommt. Mir gingen in dieser nacht unzählige Gedanken durch den Kopf. Es war einer der schlimmsten Nächte, erfüllt von Angst und schmerzen.
So sah ich aus Ich hatte ein Loch am Kopf. Es war nur der Knochen zu sehen.Aufeinmal bekam ich Angst das mein Kopf für immer entstellt ist. Angst das ich wie ein „Monster“ aussehen würde.Die Schmerzen wurden trotz Schmerzmittel nicht besser.Die Ärzte konnten mir die Angst und die Schmerzen nicht nehmen.Ich hatte dann auch den Gedanken “ Warum konnte ich nicht einfach an Ort und Stelle sterben?“ Diesen Gedanken hatte ich ein paar mal. Aber ich dachte dann immer an meine Kinder, und sie gaben mir wieder Kraft, weiter zu machen. Die Ärzt im Krankenhaus teilten auch leider nichts dazu bei das ich mich besser fühlen könnte. Ich kam mir vor wie als ob ich das Letze sei.Eines Tages kamen die Ärzt und meinten meine restlichen Haare müssten abrasiert werden. Dies war so eines der schlimmsten Gefühle. Ich fühlte mich nicht mehr als Mensch besser gesagt ich fühlte mich in meiner Persönlichkeit als Frau nicht mehr vollständig.Ich hatte sogar eine lang operation von ca 8 std, da wurde mit Gewebe und Gefäße aus meinem linken Unterarm entnommen. Das heist ich habe ein hässliches Loch mit einer langen Narbe am linken Unterarm. Der Lappen wurde leider innerhalb von 24 std von meinem Körper abgestoßen.Darauf hin meinten die Ärzte sie müssten mich wieder operieren. Der OP stimmte ich nicht zu und bat um eine verlegung in die Uniklinik Regensburg. Dort war es sofort eine ganz andere Atmosphäre. Der Arzt war von Anfang an einfühlsam. Er sagte auch bei unserem ersten Treffen, das er alles tun würde, er könne mir aber nichts versprechen.Inzwischen war ich eigtl nur noch froh wenn mein Kopf einfach wieder zu ist. Am 29.06.2015 folgte die erste Operation in der Uniklinik Regensburg.Sie verlief soweit eigtl ganz gut außder, das ich einfach schon sehr geschwächt war. Leider entwickelte sich im Wundenbereich eine Infektion darauf hin musste das ganze Gewebe das inzwischen eingesetz wurde durch eine Operation Entfernt werden.Ich hatte das Gefühl das es nie ein Ende nehmen würde. Fühlte mich dort immer alleine und war über jeden Besuch froh.Ich fragte mich immer wieder was ich angestellt haben muss, damit mir so etwas geschieht. Inzwischen hatte ich meine 7te Operation hinter mir.
Besondere Menschen
Natürlich lernt man im Krankenhaus die verschiedensten Menschen Kennen. Zwei Personen begleiten mich heute noch. Mit ihnen konnte ich lachen und auch eben über Probleme reden. Abends hatten wir schon fast ein festes Ritual. Das lief fast immer so ab, wir haben uns Pizza bestellt und sind einfach zusammen gesessen haben über Gott und die Welt geredet.Es war fast wie ein Leben in einem Zuhause,ich mein ich war 4 Moante durchgehend im Krankenhaus.Klar war es nicht ganz wie Zuahuse, aber wenn man Freunde gefunden hat die auch einen Leidesnweg schon hinter sich haben aber auch noch vor sich haben, ist es schon gar nicht mehr all zu schlimm.Diese zwei Menschen haben mir jeden Tag aufs neue Mut gegeben.Flo und Marcl falls ihr das hier liest. Merci für alles. Ihr zwei wart in den schwersten Stunden für mich da :* Oft sitz ich Daheim auf der Couch und denke an die Zeit zurück.Oft mit einem lächeln im Gesicht aber auch hin und wieder mit Tränen. Tränen wegen der verlorenen Zeit und tränen wegen den Schmerzen. Auch hat man nach 4 Monate Krankehaus ein ganz anderes Verhältniss zu den Krankenschwester und Ärzten. Der Unfall hat mir gezeigt was wichtig ist im Leben.Gesundheit, der zusammenhalt der Familie und Freunde die da sind und einfach auch mal nur zuhören
Die Wiederherstellung
Am 12.12.2017 ist es soweit. Die Wiederherstellung meines Kopfes beginnt. An diesem Tag wird mir ein sogenannter Expander eingesetz, der die Haartragende Kopfhaut dehnt. Dieser wird mindestens 3 Monate drin bleiben. Danach wird die gedehnte Haut auf die verletzte Haut eingesetz. Ich hab mich für diesen Schritt entschieden, weil ich die Hoffnung niemals aufgebe oder aufgeben werde wieder fast normal auszusehen und ich denke das ich jetzt stark genug bin. Klar ist eine OP nicht ohne aber ich hab die letzen 2 1/2 Jahre auch geschafft und denke einfach wer nicht wagt der nicht gewinnt. Sollte mein Körper sagen he ne ist nicht mach ich nicht, dann ist es so aber ich kann sage " He ich habs versucht". Ich werd trotzallem was kommt nie aufgeben.
21.02.2019
Der Expander kam raus. Und ich sage euch es war nicht leicht. Ich war kurz davor total auszuflippen, und es waren wieder 3 Operationen, wo die erste viel viel länger gedauert hat als gedacht. Aber der Moment als ich mich im Spiegel sah, war wunderbar. Auch wenn nicht viel zu sehen war, aber man sah sofort das es anders ist. Ich war glücklich diesen Weg gegangen zu sein.
2020
Inzwischen haben wir das Jahr 2020 und ich habe inzwischen 24 Operationen seit meinem Unfall.Ich hatte nur kleine Operationen im Jahr 2019.Aaaaber ich trage meine Haare wieder zu einem Zopf gebunden, zwar kleiner Zopf und ein Teil der entstellten Stelle sieht man immer noch, aber es ein Zopf. Mit viel Geschick und Geduld schaffe ich es sogar die Haare offen zu tragen und man sieht dann fast gar nichts mehr. Und ja es ist nochmal ein Expander gedacht. Ich will soweit kommen, dass man so gut wie nichts mehr sieht. Auch wenn es schmerzhaft wird.
